Die Oberste Staatsanwaltschaft für Staatssicherheit hat heute die Verlängerung der Untersuchungshaft für den Filmemacher Omar Salah Marai um weitere 15 Tage angeordnet. Die Ermittlungen im Fall Nr. 3835/2026 (Oberste Staatssicherheit) betreffen Vorwürfe der „Verbreitung falscher Nachrichten“ im Zusammenhang mit Meinungsäußerungen, die er in den sozialen Medien getätigt hat. Dies ist bereits das vierte Mal, dass die Staatsanwaltschaft seine Haft verlängert.
Omar leidet an einer Schilddrüsenerkrankung sowie an Komplikationen an Hand und Handgelenk. Vor einigen Monaten erlitt er einen Handgelenksbruch, der operiert werden musste; dabei wurden neun Schrauben und zwei Metallplatten eingesetzt. Er befindet sich weiterhin in der Genesungsphase und benötigt regelmäßige medizinische Nachsorge sowie Physiotherapie.
Während der jüngsten Haftevaluierung erneuerte seine Verteidigung den Antrag, ihn angesichts der schweren psychischen Belastung durch die anhaltende Haft einem Facharzt für psychische Gesundheit vorzuführen. Zudem beantragte die Verteidigung eine Untersuchung durch einen Facharzt für Orthopädie sowie eine Röntgenaufnahme seiner linken Hand an der Operationsstelle, nachdem aufgrund der Haftbedingungen und der Unterbrechung der Physiotherapie Komplikationen aufgetreten sind.
Seit seiner Festnahme am 11. Mai und seiner Vorführung vor der Obersten Staatsanwaltschaft für Staatssicherheit am 15. Mai hat Omar keine angemessene medizinische Versorgung erhalten, was zu einer schrittweisen Verschlechterung seines Gesundheitszustands führte. Die Organisation warnt davor, dass die verweigerte medizinische Nachsorge und Physiotherapie seinen Zustand weiter verschlimmern könnte, und betont die dringende Notwendigkeit, den regelmäßigen Zugang zu seinen Medikamenten sowie eine spezialisierte und rechtzeitige medizinische Versorgung zu gewährleisten.
Die Organisation weist ferner darauf hin, dass seine anhaltende Haft aufgrund seiner Meinungen und seiner friedlichen Meinungsäußerung wachsende Besorgnis über den Zustand der Meinungs- und Kunstfreiheit aufwirft.
Die Organisation erneuert ihren Appell zur sofortigen Freilassung von Omar Salah Marai, zur Einstellung aller Anklagepunkte gegen ihn und zur Gewährleistung des vollständigen und unverzüglichen Zugangs zur notwendigen medizinischen Versorgung. Sie ruft zudem Künstler, Schriftsteller, Journalisten und Menschenrechtsverteidiger innerhalb und außerhalb Ägyptens dazu auf, ihre Solidarität mit ihm fortzusetzen und die internationale Petition für seine Freilassung zu unterzeichnen, die bislang 263 Unterschriften gesammelt hat, was die wachsende Unterstützung für seinen Fall widerspiegelt.
